Das magische Viereck

Волшебный четырехугольник

Wie jeder Mensch am eigenen Leib schon erfahren hat, geht es im Leben rauf und runter. Einmal ist man ganz „high“ und dann wieder ziemlich unten. So geht es auch der Wirtschaft. Bei ihr nennt man das Konjunkturschwankungen.
Wenn mein Vater mal durch die Gegend schwankt, ist das nicht allzu schlimm, aber der Wirtschaft soll so was nicht passieren. Deshalb hat der Staat das sogenannte „Stabilitätsgesetz“ gemacht. Darin werden vier wichtige Ziele angepeilt:
1. Die Währung muss stabil bleiben.
2. Alle Menschen, die arbeiten wollen, sollen auch Arbeit kriegen. Was man Vollbeschäftigung nennt.
3. Die Wirtschaft muss stetig wachsen, damit die sozialen Leistungen weiter gezahlt werden können
4. Das „außenwirtschaftliche Gleichgewicht“ muss stimmen. Das heißt, dass das Geld, was ins Ausland geht, eines Tages auch wieder reinkommt.

Ein besonders schwieriges Kapitel ist der erste Punkt, die Inflation. Das ist, wenn alles teurer wird. Pumpt man nämlich in die Wirtschaft Geld rein, ohne dass mehr Güter angeboten werden, explodieren die Preise. Das ist, wie wenn ich zu viel Luft in meinen Fahrradschlauch pumpe. Der platzt dann auch.

Wenn diese Inflation erst mal in Gang kommt, setzt sich gleich die berüchtigte Lohnpreisspirale in Bewegung. Das Geld verliert an Wert. Oma holt ihre Kohle aus dem Sparstrumpf. Dadurch kommen noch mehr Mäuse in die Wirtschaft. Das nennt man dann Hausmacherinflation.
Nun wird es höchste Zeit, dass die Bundesbank was tut. Sie ist so eine Art Libero. Sie muss die Wirtschaftspolitik der Regierung unterstützen, kann aber auch Alleingänge machen und deren da in Berlin einen ins Netz setzen.

Einer von ehren Tricks ist, die Zinsen steigen zu lassen, die die Leute für ihre Kredite bezahlen müssen. Die werden sich dann zweimal überlegen, ob sie noch Schulden machen sollen. Dadurch wird der aufgequollene Geldschlauch wieder dünner, und wir bekommen langsam wieder stabilere Preise.
Die Inflation kann aber auch von draußen kommen. Das ist, wenn die Scheichs ihr Öl immer teurer machen. Dann schleicht sie sich als blinder Passagier auf den Tankern in unsere Volkswirtschaft rein. Das nennt man importierte Inflation.

Der nächste wichtige Punkt ist die Vollbeschäftigung. Viele Jahre lang konnte man den letzten Arbeitslosen nur im Museum besichtigen. Heute gibt es leider eine Menge davon. Aber für Fachkräfte werden Jobs wie Bier angeboten.
Nun ist es gar nicht so einfach, die Vollbeschäftigung aus dem Hut zu zaubern. In manchen Entwicklungsländern werden z. B. Hemden, Kleider und so für ´ne Handvoll Reis als Lohn gemacht. Die überschwemmen dann unseren Markt und können natürlich billig verkaufen werden. Die Kunden freuen sich. Unsere Textilfirmen dagegen weniger, weil bei uns die Arbeit viel teurer ist.

Mein Bruder meint: „je normaler man einen Betrieb wachsen lässt, umso besser sind die Arbeitnehmer da drin aufgehoben. Das sollten sich auch vom DGB merken.“
Den vierten Punkt des „magischen Vierecks“ habe ich vorn schon erklärt. Mehr weiß ich nicht davon.
So sieht man, dass auch der Staat in der Sozialen Marktwirtschaft mit aufpassen muss, damit alles flutscht. Würde der Staat alles selber machen wollen, wäre das Planwirtschaft.

Aber das ist ein Kapitel für sich.