Der Ex-Mann

Die Türklingel schrillte. Laura ging durch den langen Flur zur Wohnungstür.

  • Wer ist denn da?

♦ Ich stehe schon hier draußen!

Es war Peter Baumanns Stimme.

  • Einen Augenblick.

Laura öffnete die Wohnungstür.

♦ Hallo!

Er hielt ihr einen Frühlingsstrauß entgegen. Gelbe Tulpen und Mimosen.

  •  Danke… wieso bringst du mir Blumen?

♦ Ich dachte, dass eine Erkältung nicht besonders angenehm ist und der Winter lang, der Frühling weit und dass du Blumen magst… willst du noch mehr wissen?

  • Nein, es reicht schon.

♦ Kann ich reinkommen, oder willst du nur die Blumen?

  •  Komm schon rein! Aber ich warne dich vor meinen Viren!

♦ Ich fühle mich ganz resistenz! Außerdem muss ich mit dir sprechen. Dein Handy ist abgeschaltet. Mir blieb nichts anderes übrig, als selbst zu kommen.

  • O Gott, ich habe ganz vergessen, dass ich mein Handy abgeschaltet habe. Ich hatte Fieber, weißt du… mir ist immer noch ziemlich mies.
    Setz dich. Magst du ein Glas Wein?

Baumann zog seine Lederjacke aus, hängte sie über die Stuhllene und setzte sich.

♦ Gemütlich hast du es hier!

  • Ja, ich glaube, es ist ganz gemütlich. Also, was möchtest du trinken?

♦ Könnte ich einen Kaffe bekommen?

Laura spürte plötzlich Schmerzen in allen Muskeln, vielleicht auch in den Knochen.

♦ Ich denke, du solltest dich wieder hinlegen. Du bist sehr blass.

  • Danke für die Blumen, sagte Laura leise.

♦ War mir eine Ehre! Ich wünsche dir gute Beserung. Bleib bloß morgen im Bett.

  • Danke.

Laura winkte ihm zu, schloss die Tür hinter ihm und lehnte sich an die Wand. Sie weinte und wusste nicht, warum.