Der Kater und die Katze

Кот и кошка

 

katze3Es war einmal ein Kater und eine Katze.

Eines Tages sagte der Kater: „Komm Kätzchen Leisegang, wir gehen auf den Dachboden, dort gibt es Haselnüsse.“

„Ja, gehen wir“, sagte die Katze, „Haselnüsse esse ich schrecklich gern!“

Und sie lief mit dem Kater auf den Dachboden.

„Aber Vorsicht, Leisegang,“  sagte der Kater, als sie oben waren. „Dass du die Haselnüsse nicht mit den Schalen isst! Daran könntest du ersticken.“

„Nein, nein, Schwarzbart“, versicherte die Katze, aber gleich darauf hatte sie doch eine Haselnuss mit der Schale geschluckt.  Katze4

Das war schlimm. Kater Schwarzbart wusste, Leisegang  würde  sterben, wenn er ihr nicht sofort die Kehle mit Fett schmierte, damit die Haselnuss hinunterrutschte.

Er lief zum Schrank, in dem ein Topf mit Fett stand. Aber der Schrank war versperrt.

„Schränkchen, liebes Schränkchen, öffne dich, damit ich mir ein wenig Fett nehmen kann“, bat Schwarzbart.

„Lauf zum Schlosser, er soll dir einen Schlüssel machen“, knarrte der Schrank.

Schwarzbart lief zum Schlosser und bat: „Schlosser, lieber Schlosser, mach mir einen Schlüssel, damit ich den Schrank öffnen und ein wenig Fett nehmen kann. Ich muss es Leisegang in die Kehle schmieren, sonst erstickt sie an der Haselnuss.“

„Zuerst bring mir vom Kaufmann ein Stück Käse“, wies ihn der Schlosser ab.

Schwarzbart lief zum Kaufmann. „Kaufmann, lieber Kaufmann, gib mir ein Stück Käse für den Schlosser. Der macht mir einen Schlüssel, damit ich den Schrank öffnen und ein wenig Fett nehmen kann. . Ich muss es Leisegang in die Kehle schmieren, sonst erstickt sie an der Haselnuss.“

„Zuerst sag den Kühen, sie sollen mehr Milch geben“, sagte der Kaufmann und jagte Schwarzbart davon.

Der Kater lief zu den Kühen. „Kühe, liebe Kühe, gebt dem Kaufmann mehr Milch, damit er mir ein Stück Käse schenkt. Das bringe  ich dem Schlosser, der macht mir einen Schlüssel, damit ich den Schrank öffnen und ein wenig Fett nehmen kann. Ich muss es Leisegang in die Kehle schmieren, sonst erstickt sie an der Haselnuss.“

Lauf auf die Wiese, sie soll uns genug Gras geben“, sagten  die Kühe.

Schwarzbart lief auf die Wiese. „Wiese, liebe Wiese, gib den Kühen genug Gras.“

„Bitte den Himmel um Regen“, sagte die Wiese.

Der Kater bat zum Himmel: „Himmel, lieber Himmel, schick der Wiese Regen, dann gibt sie den Kühen genug Gras.

Der Himmel erbarmte sich und schickte Regen auf die Wiese, die Wiese gab den Kühen genug Gras, die Kühe gaben dem Kaufmann mehr Milch, der Kaufmann gab dem Schlosser ein Stück Käse, der Schlosser machte einen Schlüssel für den Schrank, der Schrank öffnete sich, Schwarzbart nahm ein wenig Fett und rannte zu Leisegang, um es ihr die Kehle zu schmieren, damit sie nicht an der Haselnuss erstickte. Aber die Katze lag mit hängendem Schwänzchen da und war tot.

Lange, lange beweinte der Kater Schwarzbart seine geliebte Katze Leisegang, und schließlich beschloss er, sich zu rächen.otomschy Von jenem Tag an fing er keine Mäuse mehr. Und weil er keine Mäuse fing, vermehrten sich diese und zernagten alle Schränke. Und als alle Schränke zernagt waren, brauchte niemand mehr Schlösser und Schlüssel, und die Schlosser starben Hungers. Und als die Schlosser gestorben waren, kauften sie keinen Käse mehr, und die Kaufleute kamen an den Bettelstab. Und als die Kaufleute an den Bettelstab gekommen waren, verkauften sie die Kühe an den Schlächter. Und weil die Kühe geschlachtet waren, bedeckten sich die Wiesen  mit Unkraut.

So rächte der treue Kater Schwarzbart den Tod seiner geliebten Katze Leisegang.