Der Unternehmer

Предприниматель

 

Warum der Unternehmer Unternehmer heißt? Was der alte Adam für die Menschheit ist, ein Urvater nämlich, ist der berühmte Adam Smith für die Ökonomen. Er hat die Volkswirtschaft erfunden.
Er sagt: Drei Dinge braucht man, um Güter herstellen zu können:
1. den Boden. Auf ihm können Nahrungsmittel erzeugt werden, und aus ihm raus kann man tolle Bodenschätze holen, wie zum Beispiel Gold zum Spekulieren, Öl zum Erpressen, sogar Kohle zum Heizen. Außerdem kann man ja auch noch eine Fabrik draufstellen.
2. die Arbeit. Das ist ganz klar, ohne Arbeit läuft nichts.
3. das Kapital. Dieses braucht der Produzent sehr nötig, um Rohstoffe, Maschinen und den anderen Klimbim kaufen zu können.

Heutzutage spricht man noch von einem vierten Produktionsfaktor. Das ist das Wesen, das die drei anderen Faktoren sinnvoll miteinander kombiniert und da was draus macht.
Das ist der Unternehmer. Er ist die treibende Kraft in einer freien Marktwirtschaft.
Unsere ganze Zivilisation ist doch ohne Unternehmer einfach nicht denkbar.

Wenn die Leute das Wort Unternehmer hören, denken die meisten an so Typen wie Neckermann, welcher alles möglich macht, an Bauknecht, der immer weiß was Frauen wünschen oder an den Dresdner, dem die gleichnamige Bank gehört. Also alles Großkopfe.
Doch unsere Wirtschaft besteht nicht allein aus der Ansammlung von solchen Konzernen. Rund 1,7 Millionen Kleinbetriebe und etwa 300 000 mittlere Unternehmen, die zur Industrie, zu Handwerk und Handel, zum Dienstleistungsgewerbe gehören. Ohne sie wäre die Möglichkeit, sich einen Arbeitsplatz frei zu wählen gar nichts drin. Sie dienen außerdem dazu, die Bevölkerung bis zur kleinsten Oma auch mit ganz speziellen Gütern und Leistungen zu versorgen. Zum Beispiel mit Einlagen für Plattfüße oder einem Blumenstrauß aus Nelken, die gar keine sind.
Immerhin erwirtschaftet damit der Mittelstand zwei Drittel des Bruttosozialprodukts.

Nun sind schon zahlreiche Unternehmer in den Himmel gekommen, es ist aber noch keiner vom Himmel gefallen. Mein Onkel Otto, der auch so eine Art Boss ist, sagt immer: „Das Mindeste, was man von einem Unternehmer erwarten kann ist, dass er seine 5 Sinne beisammen hat.
Erstens: Er muss sehen, wohin der Hase läuft.
Zweitens: Er muss ein Geschäft riechen können.
Drittens: Er muss das Gras wachsen hören.
Viertens: Er muss das Risiko schmecken.
Fünftens: Er muss spüren, wieweit er den Gewerkschaften entgegenkommen kann. Und er muss den Mut haben, auch einen Verlust in Kauf zu nehmen. Denn nicht immer gelingt alles, was er unternimmt“. Das zeigen manche Pleiten in den vergangenen Jahren.

Wenn auch Unternehmer in den Augen vieler Leute ganz schön reich sind, sind sie dennoch arm dran. Besonders für die Gewerkschaften ist er der ideale Buhmann.
Früher hatte nach Ansicht der Leute der Unternehmer einen dicken Bauch, einen Specknacken und einen Hut auf dem Kopf. Im Mundwinkel hing ihm eine dicke Zigarre und seine Beschäftigung bestand darin, die Arbeiter auszubeuten. Und wenn er mal nicht auf der Jagd nach Profitten war, hatte er an seiner Seite eine Luxusbiene. Diese war von oben bis unten mit vielen Brillanten behängt.
Natürlich fuhr der große Boss einen Superwagen und hatte überall im Ausland tolle Villas rumstehen mit Mädchen drin.

Da kann man gut verstehen, dass die Unternehmer sauer sind, wenn die Gewerkschaften und die Intellektuellen immer wieder diese alten Ladenhüter aus der Mottenkiste des vorigen Jahrhunderts holen.
Natürlich sind Unternehmer keine Engel. Auch unter ihnen gibt es schwarze Schafe. Unternehmer sind eben auch nur Menschen.
Trotzdem darf man ja mal fragen, wer hat denn unser Land nach dem zweiten Weltkrieg wieder zu einer führenden Wirtschaftsmacht gemanagt? Die Gewerkschaften oder die Unternehmer? Ohne gute Arbeitskräfte wäre das natürlich nicht möglich gewesen. Ist ja klar. Doch was nützt der fleißigste Arbeiter, wenn keiner da ist, der ihm was zu tun gibt? Dazu braucht man eben Unternehmer.

Den Lohn, den diese für ihren Unternehmungsgeist einstecken nennt man Gewinn. Die Gewerkschaften sagen Profit dazu. Das klingt so schön nach Ausbeutung.
Nun ist nicht alles Gold, was glänzt, und es ist nicht alles Gewinn, was ein Unternehmen macht.
Aber das ist ein Kapitel für sich.

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