Die Bedürfnisse des Menschen

Потребности людей

Schon von dem Augenblick an, wo der Mensch auf die Welt kommt, hat er ein Bedürfnis, nämlich zu schreien. (Gelacht hat noch kein Baby.)
Sein nächstes Bedürfnis ist schon, sich zu versorgen. Es verlangt nach Nahrung. Und nach Pampers. Um dann wieder neue Nahrung zu sich zu nehmen. Volkswirtschaftlich ausgedrückt: Schon der Säugling stellt Ansprüche und verlangt, dass diese befriedigt werden.

Die Bedürfnisse der Menschen werden durch Güter und Dienstleistungen befriedigt.
Güter, die schnell verbraucht werden, heißen Verbrauchsgüter. Güter, die man über längere Zeiträume benutzen kann, oder die der Produktion dienen, heißen Gebrauchsgüter.
Wenn sich also ein Araberscheich ein Kilo Schnupftabak kauft, erwirbt er ein Verbrauchsgut. Kauft er sich dagegen eine Frau, stellt er sich ein Gebrauchsgut in den Harem.
Aber das ist alles nicht so einfach. Das einzige Gut, das zur Zeit noch in ausreichender Menge vorhanden ist, ist die Luft, die wir atmen. Alle anderen Güter unserer Erde sind nicht in unbegrenzten Mengen vorhanden. Im Gegenteil, sie sind sogar oft ziemlich knapp.

Zu den Gütern gehören auch die Dienstleistungen. Dass diese ebenfalls sehr knapp sind, sieht man z. B. an den Zahnärzten, wo man manchmal vier Wochen warten muss, bis einer einem ein Loch zumacht.
Sinn der Wirtschaft ist, nach Möglichkeit viele Menschen mit Gütern zu versorgen, damit sie gut leben können.

Was nun ein guter Wirtschaftler ist, der handelt nach dem sogenannten „Ökonomischen Gesetz“, welches in zwei Teile zerfällt:
1. „Mit den vorgegebenen Mitteln gilt es, den größten Erfolg zu erzielen“.
Dazu ein Beispiel: Meine Mutter bekommt von meinem Vater monatlich 1000.-Euro Haushaltsgeld. Mehr gibt er ihr nicht. Sie versucht nun, mit diesem Geld gut zu wirtschaften und uns ein möglichst gutes Essen auf den Tisch zu stellen. Alle Sonderangebote, die ihr unter die Augen kommen, nutzt sie aus. (Trotzdem reicht das Geld manchmal nicht. Besonders am Monatsende. Dann gibt’s Eintopf.)
2. „Ein bestimmter Erfolg soll stets mit dem geringsten Aufwand an Mitteln erreicht werden.“

Neulich hatte mein Onkel Otto Geburtstag. Er ist ein großer Wanderer und wünschte sich eine neue Thermosflasche. Ich bin in mehrere Geschäfte rein und habe die Preise verglichen. Das preisgünstigste Angebot habe ich dann genommen. Mein Vater hat mich dafür gelobt, weil ich mich ökonomisch verhalten habe.

So stellen wir also fest, dass unser Leben voll ist mit wirtschaftlichen Vorgängen. Selbst im Bett, wenn ich schlafe, bin ich Verbraucher: Ich benutze den Raum, ich bekomme Wärme aus der Heizung und Strom. Frühmorgens kurbele ich den Umsatz von Gütern der Wasserwerke an und verbrauche anschließend Waren aus dem Supermarkt: Milch, Brot, Eier, Marmelade usw. Dann schwinge ich mich auf mein Rad, fahre über das Wirtschaftsgut Straße, um in der Schule die Dienstleistungen des Lehrkörpers über mich ergehen zu lassen.
Das sind alles Beispiele für die menschlichen Bedürfnisse, die befriedigt werden durch das Angebot von Dienstleistungen und Waren. In der Wirtschaft ist das Aufgabe des Unternehmers.
Aber das ist ein Kapitel für sich.