Die Operation

Операция

 

Ich bekam einen Bescheid vom Krankenhaus. Sie schrieben mir, am Dienstag, dem 27., würden meine Mandeln herausgenommen. Das war ein echter Schock für mich! Vater sagte, ich würde seit meinem fünften Lebensjahr auf der Warteliste stehen. So musste ich seit neun Jahren meine jährliche Mandelentzündung ertragen, nur weil der nationale Gesundheitsdienst knapp bei Kasse ist.

Warum können die Hebammen den Babys nicht bereits bei der Geburt die Mandeln entfernen? Das würde viel Ärger, Sorgen und Geld sparen.

Kaufte einen neuen Morgenmantel, Pantoffeln, Pyjamas und Toilettenartikel. Vater sagte, er sehe nicht ein, warum ich im Krankenhaus nicht meine alten Pyjamas anziehen könne. Ich erklärte ihm, ich würde in meinen Schlafanzügen lächerlich aussehen. Er sagte, als er in meinem Alter war, hätte er ein Nachthemd gehabt, was aus zwei Mehlsäcken zusammengenäht gewesen wäre.

Oma sagte, ich sähe in meinem neuen Morgenmantel wie Noel Coward aus. Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung, wer Noel Coward ist oder war.

Oma rieft an und sagte, sie kenne jemanden, der jemanden kenne, der wiederum jemanden kannte, dem man die Mandeln rausgenommen hätte und der auf dem Operationstisch verblutet wäre. Schließlich endete sie mit: „Mach dir keine Sorgen, Adrian, ich bin sicher, bei dir wird alles gutgehen!“

Tausend Dank, Großmama!

Elf Uhr morgens. Ich wurde von Kopf bis Fuß untersucht. Alle Körperflüssigkeiten wurden mir abgenommen, ich wurde gewogen, gebadet, gemessen, aber für meine Mandeln interessierte sich niemand!

22 Uhr. Ich sterbe vor Hunger. Eine schwarze Schwester hat mir alle Lebensmittel und Getränke weggenommen. Eigentlich sollte ich schlafen, aber es geht hier zu wie im Irrenhaus.

6 Uhr. Bin gerade aufgeweckt worden. Die Operation findet erst um zehn Uhr statt. Warum also lässt man mich nicht schlafen? Ich musste wieder baden. Ich versuchte denen zu erklären, dass ich im Hals operiert werde, doch das interessierte sie nicht.

7 Uhr 30. Die haben mich für die Operation wie einen Irren verkleidet. Bekam gerade eine Spritze, die mich schläfrig machen sollte.

9 Uhr 15. Die Bahre rollt in meine Richtung!

Mitternacht. Bin meine Mandeln los. Habe scheußliche Schmerzen.

Kann nicht sprechen, sogar das seufzen tut weh.

Nach drei Tagen habe ich an Omas Fleischbrühe genippt. Sie brachte sie in ihrer Thermosflasche. Papa brachte mir Kartoffelchips, er hätte mir genauso gut Rasierklingen mitbringen können!

Nach einer Woche krächzte ich meine ersten Worte. Ich sagte: „Papa, ruf Mama an und sage ihr, ich sei über den Berg.“