Die Planwirtschaft

Плановая экономика

 

Mein Vater sagt immer: „Das Einzige, was es in einem planwirtschaftlich dahinkümmernden Konsumladen im Überfluss gibt, ist der Mangel“.

Die kommunistischen Staatenlenker haben diese schlimme Planwirtschaft bei ihren Völkern nicht zum Spaß eingeführt. Sie haben sich dabei schon was gedacht. Vordenker war ein gewisser Marx aus Trier. Er lebte im vorigen Jahrhundert, wo sich an allen Ecken und Enden die Fabriken vermehrten. Den Arbeitern, die darin schuften mussten, ging´s damals hundsmiserabel.

Jener Marx meinte herausgekriegt zu haben, was die Ursache des üblen Zustandes war: Er entdeckte die Kapitalisten als solche. Das waren die Leute, denen die Fabriken und der ganze Maschinenkram gehörte. Den Arbeitern dagegen gehörte nichts. Darum waren sie gezwungen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, und zwar unter sehr miesen Bedingungen.
Karl Marx nannte das die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Er glaubte, wenn man den Privatbesitz an Grund und Boden verstaatlicht, dann kann es solche Missstände nicht mehr geben in der Gesellschaft. Und so setzte er sich auf seine vier Buchstaben und schrieb den berühmten Bestseller „Das Kapital“. Dieser Wälzer wurde so was wie ein roter Faden für alle Marx-Brothers auf der Welt.

Und im Ostblock, wo Karl Marx besonders viele Fans hat, sagten die Oberen zu ihrem Volk: „Wir schaffen das Privateigentum ab. Wir werden die Güter dieser Welt nicht wie in den kapitalistischen Ländern verplempern, wo jeder auf Teufel komm raus produziert und dabei nicht an das Gemeindewohl, sondern nur an den eigenen Vorteil denkt. Der Staat wird künftig alles in der Wirtschaft verplanen und die Waren dann schön über alle verstreuen.
Und so riss sich der Staat in diesen Ländern alles unter den Nagel: Grund und Boden, Fabriken, Maschinen, Menschen.

Sogenannte Kapitalisten gibt´s da keine mehr, bis auf einen, denn der blieb übrig: der Staat. Und der hat nun für alle seine Untertanen die Bedürfnisse zu decken, weil ja kein anderer Unternehmer mehr da ist, von dem sich die Verbraucher befriedigen lassen könnten.
So kommt der Staat gar nicht drum rum, sich um jede Kleinigkeit zu kümmern. Dafür muss er einen Plan machen und wie ein Feldherr befehlen: 1. Was und wieviel in welchem Betrieb produziert werden muss. 2. Wieviel Werktätige welche Güter herstellen und wo. 3. Was für einen Lohn sie dafür kriegen, und zu welchen Preisen sie die Waren in den Läden kaufen können. Außerdem muss der Staat noch Hellseher spielen und für alle Betriebe schon Jahre im Voraus festlegen, was sie zu produzieren haben.
Solch ein Kommandounternehmer nennt man Planwirtschaft.

Woher erfahren nun die Planer, was die Verbraucher verbrauchen wollen? Während man in der Marktwirtschaft an den Preisen ablesen kann, welche Waren gefragt oder weniger gefragt sind, besitzen die Planwirtschaftler keinen solchen Bedarfserkennungsdienst. Sie haben ja den freien Markt und die freien Preise abgeschafft.
So kann es geschehen, dass es an der Ostsee Kochtöpfe zu kaufen gibt, und die Deckel dafür in Thüringen angeboten werden.
Diejenigen, die viel Geld haben holen sich Sachen, die es gar nicht gibt, auf dem schwarzen Markt, wo es sie vielleicht gibt.
Man sagt ja auch, dass der einzige Markt, der in der Ostländern funktioniert, der schwarze Markt sei.
Noch ein Pferdefuß sitzt in der Planwirtschaft. Wenn zum Beispiel aus irgendeinem Grunde die Versorgung der Betriebe mit Rohstoffen, Halbfertigwaren oder Ersatzteilen nicht klappt. Ehe Planbürokraten auf so was reagieren, gibt es Stillstand und den bekannten Leerlauf.
In einem Planwirtschaftsland müssen die wirtschaftlichen Verluste, die durch Engpässe, Schlamperei und so entstehen, von allen Bürger getragen werden. Zum Beispiel mit ein paar unbezahlten Schichten zu Ehren von Rosa Luxemburg, Leonid Breschnew u.a.m.

Mein Onkel Otto sagt immer: „Ein Glück, dass die da drüben den kapitalistischen Westen haben. Der bügelt ihre Scharten mit seinem Überschuss an Waren wieder aus. Gestärkt mit einem Brot aus amerikanische Weizen und mit billiger EG-Butter drauf, können die Planer wieder an die Vorbereitung der nächsten Pleite gehen.“