Freitag, der 13

Пятница, 13

Ich kann genau sagen, was vor kurzem ein Tag war. Es war Freitag, der 13. Ein Tag, an dem alles schiefgeht.

Es begann damit, dass mein Verleger mich anrief und mir mitteilte, dass er den Liebesroman, an dem ich sieben Jahre lang Tag und Nacht gearbeitet hatte, nun doch nicht herausgeben wollte. So etwas bringt heutzutage kein Geld, meinte er. Und so ging es den ganzen Tag Schlag auf Schlag, eine Enttäuschung folgte der nächsten. Zu Hause angekommen, stand mein Stimmungsbarometer auf Null.

„Na“, fragte meine Frau gespannt, „hat dein Verleger angerufen? Kriegst du den Vorschuss von 10000, von dem du gesprochen hast?“

Ich warf den Mantel auf die Garderobe  und zog mich in mein Arbeitszimmer zurück.

Mein Sohn Benny zeigte sich in der Tür.

„Störe ich? Es ist mein Zeugnis. Ich weiß, dass es diesmal nicht besonders gut ist, aber unterschreibst du es trotzdem, bitte. Ich bin viel zu oft zum Fußballspielen gegangen, aber das hört ja jetzt sowieso auf, denn Kaufmann Fredriksen hat den Ball inzwischen konfistiert, weil eine seiner großen Schaufensterscheiben kaputtging, als ich den Ball mit dem linken Fuß nicht richtig erwischte… hier ist die Rechnung,  Papa, für seine neue Schaufensterscheibe, sie ist aus besonders dickem Glas, daher ist sie so teuer…

Meine Tochter Doris stand vor mir.

„Was willst du?“

„Du weiß doch, diese Porzellanfigur… auf der Vitrine… ich habe Mama beim Staubwischen geholfen, und dann … ich weiß gar nicht, wie es passierte… aber plötzlich glitt sie mir aus der Hand und fiel auf den Fußboden… aber wir haben sie inzwischen reparieren lassen, man sieht kaum noch, dass sie kaputt war. Ich habe die Rechnung hier. Ja, es wurde etwas teurer.“

Doris schlich hinaus. Meine Frau tauchte auf.

„Was ist denn jetzt schon wieder? Hast du vielleicht das Auto zu Schrott gefahren?“

„Ja.“

„WAS?“

„Der Wagen ist kaputt… ich wollte rückwärts aus der Garage und habe wohl etwas zu viel Gas gegeben…“

Ich spürte, wie mein Gesicht die Farbe wechselte. Erst stieg mir das Blut in den Kopf, mein Gesicht wurde hochrot, dann verließ mich das Blut wieder, ich wurde leichenblass.  Ein Teil des  Blutes kehrte wieder zurück. Ich riss mich zusammen und zeigte auf die Tür.

„RAUS!“ brüllte ich. Meine Frau verschwand. Ich ließ mich schwer in den Stuhl fallen und schloss die Augen. Als ich sie wieder öffnen konnte, stand unser Hund Pelle neben mir und wedelte mit dem Schwanz. Ich kraulte ihm das Fell. Der beste Freund des Menschen, sein einziger Trost, dieses liebe, stumme Tier.

„Wau“, sagte er. Erst jetzt  bemerkte ich den großen, gelben Umschlag in seinem Maul.

„Loslassen“, sagte ich, und der Umschlag fiel zu Boden. Ich öffnete ihn und las den Inhalt des Schreibens.

Pelle hatte ein Strafmandat in Höhe von 200 Kronen bekommen, weil er den Briefträger gebissen hatte.