Heiratsagentur

Брачное агентство

 

Ich suche eine Frau. Die Heiratsagentur Helena fiel mir auf. Sie inserierte in den Zeitungen: „Glückliche Ehen nur durch uns! Keine Wartezeit! Selbstbedienung! Amerikanisches System!“

Neugierig geworden ging ich hin.

Die Heiratsagentur liegt mitten im Zentrum. Auf einer Geschäftsstraße im Parterre.

Ein Page in eng anliegender Jacke mit herzförmigen Messingknöpfen öffnet mir die Glastür. Eine junge Dame mit noch enger anliegender Jacke sitzt dahinter und kassiert dreißig Dollar. Das ist die Gebühr.

„Bitte hier einzutreten!“, sagt sie freundlich. „Sie können nicht verfehlen! Treten Sie durch das Tor Ihrer Wünsche.“

Ich stehe in einem rechteckigen Vorzimmer.

Das Zimmer ist leer. Vor mir zwei Türen.

Eine Frau fürs Leben!“ steht auf der einen und auf der zweiten: „Ein Mann fürs Leben.“

Da ich eine Frau will, gehe ich durch die linke Tür.

Ich komme in einen zweiten Raum.

Er sieht aus wie der erste und hat ebenfalls zwei Türen: „Blondinen“, „Brünette“.

Ich wähle die Blonden und betrete einen dritten Raum mit zwei Türen.

Auf der einen steht: „Junge hübsche Mädchen“, auf der anderen: „Reife Frauen. Witwen. Erfahrene.“

Ich finde diese Art Vorsortierung großartig.

Ich gehe zu den jungen hübschen Mädchen. Ich komme wieder in einen Raum, in dem ich mich abermals zu entscheiden habe.

Gut gewachsen und schlank“, lese ich auf der rechten Tür und links: „Üppige und mit kleinen Formfehlern.“

Ich wähle die rechte Tür.

Im fünften Vorzimmer nur die zwei Ausgänge: „Ohne Verwandtschaft“,  „Mit Verwandtschaft“.

Ich will meine Frau für mich haben, also eine ohne Verwandtschaft.

Ich trete ein.

Der Raum ist leer. Wieder zwei Türen: „Häuslich und sparsam“, „ Verwöhnt und verschwenderisch.“

Mir fällt die Wahl leicht.

Ich komme mir vor wie in einer  Obstsortierungsmaschine.  Aber noch immer keine Mädchen. Nur immer wieder zwei Türen, durch die ich muss.

Ich lese rechts: „Näht, wäscht, kocht und backt gern“ und links: „Spielt Bridge und verlangt Hausmädchen.“

Ich gehe natürlich durch die rechte Tür und nähere mich immer mehr meinem Ideal. Aber ich muss vorher nochmals durch zwei Türen: „Ordentlich, sauber und einfach“, „Genial mit höheren Interessen“.

Höhere Interessen habe ich selbst. Also wähle ich die Saubere. Ein schönes Mädchen, sauber, sparsam, fleißig, blond, gut gewachsen. Hinein durch diese Tür!

Wieder warten zwei Türen auf mich.

Mit Geld und Vermögen!“ steht auf der einen. „Arm wie eine Kirchenmaus!“ steht auf der Zweiten.

Ich wähle die Tür zu dem reichen Mädchen.

Mein Gott, wenn man die Wahl hat –

Ich gehe durch diese Tür und stehe plötzlich wieder auf der Straße.

Der Page vorm Eingang drückt mir einen Umschlag in die Hand.

In dem Umschlag  befindet  sich ein Taschenspiegel und ein Zettel.

Ich lese: „Bei Ihren Ansprüchen, mein Herr, an eine Frau, die Sie heiraten soll – es ist besser, Sie sehen erst einmal in den Spiegel!“